Finanzen

Grundsteuerreform 2022

Die Grundsteuer wird auf Grundbesitz erhoben und muss von den Eigentümern gezahlt werden. Die Einnahmen der Steuern werden von den Städten und Gemeinden für die Infrastruktur und öffentlichen Einrichtungen genutzt, um z. B. Straßen, Brücken, Schulen, Büchereien etc. zu finanzieren.

Bisherige Berechnung

Die Steuerlast der Grundsteuer wird aus drei variablen Werten bestimmt: Einheitswert, Grundsteuermessbetrag und Hebesatz.

Der Einheitswert wird aus den Baukosten und/oder Anschaffungskosten für die Immobilie bzw. das Grundstück bestimmt. Der Maßstab hierfür sind die Kosten aus dem Jahr 1964 (West) und 1935 (Ost). Diese Bewertung nimmt das zuständige Finanzamt vor und sendet den Bescheid mit dem Einheitswert an den Eigentümer der Immobilie bzw. des Grundstücks.

Der Steuermessbetrag ist abhängig vom Alter und Zustand des Objekts sowie der Einwohnerzahl der Kommune. Dieser Steuersatz wird von der Kommune festgelegt.

Der Hebesatz wird jährlich von den Gemeinden bestimmt und entscheidet letztendlich, wie viel Steuern der Eigentümer zahlen soll. Wird der Hebesatz gering gehalten, soll der Kauf von Immobilie bzw. Grundstücke attraktiver gemacht werden.

Die Grundsteuer ergibt sich dann aus der Multiplikation von Einheitswert x Grundsteuermessbetrag x Hebesatz.

Warum wird die Reform durchgeführt?

Die aktuelle Bewertung der Grundsteuer ist verfassungswidrig, da gleichartige Grundstücke unterschiedlich behandelt werden. Das liegt daran, die Bewertungen für Häuser heute immer noch nach den Einheitswerten erfolgen, die die Kosten aus 1964 im Westen oder aus 1935 im Osten zurückgeführt werden. Die Werte sind veraltet und werden der aktuellen Bedingungen und Wohnlagen nicht mehr gerecht, weswegen es in den letzten Jahren häufig zu Rechtsstreitigkeiten kam. Mit der Reform soll gegen die steuerliche Ungleichbehandlung angegangen werden.

Was ist jetzt zu tun?

Ab dem 01.07.2022 muss die Grundsteuererklärung über Elster erfolgen. Frist dafür ist der 31.10.2022. Die Erklärung der Grundsteuer beinhaltet die Daten zum Objekt wie Art des Eigentums, Grundstücksfläche, Wohn- oder Nutzfläche, Bodenrichtwert und Baujahr. Das Finanzamt errechnet daraus den neuen Wert des Eigentums.

Danach wird die neue Grundsteuer erst zum 01.01.2025 fällig werden, da es wahrscheinlich bis zum Herbst 2024 dauern wird, bis alle Werte der Grundstücke bestimmt worden sind. Bis dahin wird die Grundsteuer wie vorher auf Basis des Einheitswertes erhoben.

Zukünftige Berechnung

Die Steuerlast der Grundsteuer wird in Zukunft aus drei variablen Werten bestimmt: Wert des Grundbesitzes, Steuermesszahl und Hebesatz.

Der Wert des Grundbesitzes wird aus dem Bodenrichtwert, die Nettokaltmiete, Grundstücksfläche, Grundstücksart und Alter des Gebäudes bestimmt.

Die Steuermesszahl wird stark gesenkt und beträgt nur noch 0,034 % statt 0,35 %, womit sie auf ein Zehntel ihres ursprünglichen Wertes reduziert wurde. Für Förderungen von sozialem Wohnungsbau ist ein Abschlag in Höhe von 25 % geplant.

Was ist die Grundsteuer C?

Neben der Grundsteuer A und Grundsteuer B wird die Grundsteuer C eingeführt, um dem erheblichem Wohnungsmangel vorbeugen zu können. Bisher wurden häufig unbebaute Grundstücke gekauft, nur um diese nach der Spekulationsfrist mit einer Wertsteigerung zu verkaufen. Dies verhindert, dass weiterer Wohnraum gebaut werden konnte.

In Zukunft haben Kommunen die Möglichkeit, auf solche Grundstücke einen höheren Hebesatz festzulegen. Damit versteuert die Grundsteuer C die Spekulation und Käufer werden finanzielle Anreize geschaffen, um Wohnraum zu bauen und damit die Grundsteuer zu senken.